Patrick

Im Dezember 2014 war ich zusammen mit Patrick Gansser und unserem Guide Dorche Tamang gemeinsam auf Trekking-Tour in den Bergen des Himalayas unterwegs. Kurz nach dem Erdbeben entschied sich Patrick spontan Vorort in Nepal Hilfe zu leisten. Nachfolgend Patricks Bericht seine Hilfseinsatzes:
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„Warum gerade Nepal?!“ Das war der erste Gedanke, der mir durch den Kopf schoss, als ich von dem verheerenden Erdbeben am 25. April hörte und las.

Warum musste diese Naturkatastrophe ausgerechnet eines der ärmsten Länder treffen, dessen Bevölkerung mir nach einer nur knapp 3 wöchigen Zeit, in der ich im Dezember 2014 zusammen mit Wolfgang in Nepal weilen durfte, schon so ans Herz gewachsen war, dass ich schon von einer freundschaftlichen Vertrautheit sprechen möchte?

Ich wusste, dass es keine befriedigende Antwort, keine rationale Erklärung auf meine Frage gab. Doch genau aus diesem „Vakuum“ heraus entstand mein Entschluss:                             Ich möchte den Menschen direkt und vor Ort helfen!

Dank dem direkten Kontakt zu Dorche Tamang, dem Guide unserer Trekkingtour von 2014 und seinem Sohn Sunil, der in Kathmandu Umwelttechnologie studiert, wurde aus der anfänglich doch sehr aktionistisch anmutenden Idee ein klar definiertes Projekt:                           „Hilfe für Syabru“

Ein Bericht über meine Pläne in der lokalen Presse war der Startschuss für die für mich fast überwältigende Kampagne. Täglich klingelten Leute aus der ganzen Region bei mir, gaben Geld- oder Sachspenden ab oder boten mir per Mail ihre Unterstützung an. So konnte ich am 4. Juli mit insgesamt 40kg Hilfsgütern (von den selbstgestrickten Socken bis hin zum sterilen Operationsbesteck) für knapp 3 Wochen nach Nepal reisen.

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Bild oben: auf dem Weg nach Syabru Bensi

Bei einer gemeinsamen Planung, zusammen mit Dorche, Sunil und Karma, einem Guide, der ebenfalls aus der Region Syabru kommt, analysierten wir den Istzustand, setzten Prioritäten und definierten unsere Möglichkeiten. Wir konzentrierten uns dabei vor allem auf die Orte Syabru Bensi (das Heimatdorf von Dorche) und Thulo Syabru, welche von dem Beben und durch die daraus folgenden Gerölllawinen schwer beschädigt wurden.

Folgende Hilfsgüter konnten in Kathmandu organisiert, gekauft und in einer teilweise halsbrecherischen Tour auf mitunter mehr als unwegsamen Passstrassen per gemieteten Lastwägen nach Syabru Bensi gebracht werden:

  • 110 Wasserfilter zur schnellen und langfristigen Aufbereitung des Trinkwassers
  • 7 komplette Hausdächer (Blech, Nägel, Werkzeug)
  • Werkzeug (Pickel, Schaufeln, Stemmeisen, Hacken)
  • 5 Boxen voller Medikamente und medizinischen Material für das „Community Center“ in Thulo Syabru
  • 2 Boxen mit Operationsbesteck, Verbandsmaterial und Medikamente
    für das „Health Center“ in Syabru Bensi
  • 5 „first aid boxes“ , unter anderem für die Schule in Syabru Bensi

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Bild oben: Patrick übergibt die lebenswichtigen Wasserfilter an die Bewohner Syabrus

Nach der Ankunft in Syabru Bensi wurden das Material durch Dorche und mich verteilt. Dabei kam es zu sehr bewegenden Momenten und Begegnungen, die mir bestätigten, dass wir die richtigen Entscheidungen getroffen hatten. Gemeinsam mit Dorche ging es dann auch bis zu den abgelegensten Hütten und Zelten, um die dort lebenden Familien durch Geldspenden wenigstens etwas zu unterstützen. Ich orientierte mich dabei an dem durchschnittlichen Monatseinkommen eines Farmers, das bei ca. $ 40.- liegt.

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Bild oben: Patrick und Dorche organisieren die Verteilung der Wellblechdächer

Das Projekt „Hilfe für Syabru“ sollte jedoch keine Eintagsfliege sein. Aus diesem Grund suchte ich vor Ort nach passenden Nachfolgeprojekten. Diese fand ich in Form des Wiederaufbaus der Shyamey Wangphel Higher Secondary School in Bensi, deren Rektor, Madhav Lamichhane, ich kennenlernen durfte. Das zweite Projekt betrifft den Bau bzw. die Ausstattung eines kleinen Hospitals in Thulo Syabru, einem nur zu Fuss zu erreichbaren Bergdorf weit oberhalb von Bensi.

Zurück in Deutschland musste ich mich zunächst einmal „neu sortieren“. Als das Erlebte, das Erfahrene, die Begegnungen mit Leid, Armut, Dankbarkeit, Gleichmut, Herzlichkeit und Spiritualität, sprich die Begegnungen mit dem Menschen, wollten aufgearbeitet werden.

Dazu bietet mir auch dieser Blog die Möglichkeit, denn ich möchte euch allen berichtet, wie gut es tut, zu helfen!

Danke, dass auch ihr bereit seid zu helfen und dieses tolle Gefühl erfahren werdet.

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